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Sterngeflüster

Der Staub der Sterne

Wieder zieht der Herbst ins Lande,
Schau ich still zum Fenster raus
Auf die kalten, nassen Straßen
Aus dem alten Bauernhaus.

(…)

Wieder zieht der Herbst ins Lande,
Schau ich still zum Fenster raus
Auf die kalten, nassen Straßen
Aus dem alten Bauernhaus.

Wo ich schon vor manchen Jahren
Einsam sah den Blättern zu
Durch die Lüfte wehen, dachte
Stets an eines: Das warst du.

Und ich sah am grauen Himmel,
Durch die Wolken brechen bahn,
Einen neuen Lichterboten
Auf die Welt herniederfahrn.

Hell sah ich den Lichterboten,
Säh ihn immer noch so gern,
Sah am dunklen Firmamente,
Dort am Himmel, dich mein Stern!

Sah dich leuchten, und auch funkeln,
Sah dein Antlitz, wunderschön,
Und ich rief: Mein Stern am Himmel,
Werden wir uns wiedersehn?

Und du sprachst: – Ich werde warten
Hier am dunklen Firmament
Stets auf dich und stetig warten
Als dein Herz für meines brennt. –

Brennen tut es noch, und funkeln,
Heute und zu dunkler Stund,
Wenn ich einsam finstrer Nächte
Streife durch den Park herund.

Wenn ich durch die roten Blätter
Stolpere mit trägem Fuß;
Wenn ich dort am Firmamente
Späh nach deinem Abendgruß.

Und, wenn ich mich niedersetze
Auf die kalte, nasse Bank
Vor der orthodoxen Kirche
Und dem Himmel spreche dank,

Dann scheint hell von diesem nieder,
Von dem goldnen Kirchendach,
Hell dein altes Sternenantlitz,
Und es macht mich wieder wach.

Denn, dann kann ich vor mir sehen,
Wenn ich fest nur daran glaub,
Wehen durch die wilden Lüfte
Deinen roten Sternenstaub.

Und, wenn ich die Blätter sehe,
Wie sie durch die Lüfte wehn,
Frag ich mich, mein Stern am Himmel:
Werden wir uns wiedersehn?