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Prosa

Der Nachtwandler

Manchmal, des nachts, wenn der Schlaf sich wieder einmal eine genüßliche Auszeit gönnt und mich an das kleine Fenster in meinem Zimmer treibt von wo ich den Mond, die Sternlein und gewiss meinen einen Stern still beobachten kann, da stelle ich mir zuweilen vor, wie er wohl hereinkäme, dieser alte schlaftrunkene Mann, mit der kalkweißen Nachthaube auf seinem unförmigen Schädel und dem ebenso weiß gewaschenem, über seinen kreidebleichen Körper geworfenem Nachtkleidchen.

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Manchmal, des nachts, wenn der Schlaf sich wieder einmal eine genüßliche Auszeit gönnt und mich an das kleine Fenster in meinem Zimmer treibt von wo ich den Mond, die Sternlein und gewiss meinen einen Stern still beobachten kann, da stelle ich mir zuweilen vor, wie er wohl hereinkäme, dieser alte schlaftrunkene Mann, mit der kalkweißen Nachthaube auf seinem unförmigen Schädel und dem ebenso weiß gewaschenem, über seinen kreidebleichen Körper geworfenem Nachtkleidchen. Halb gebückt vor Müdigkeit schlurft er dann mit seinen filzigen Pantoffeln über das zerkratzte Parkett auf mich zu und in diesem nächtlichen Getöse, da meine ich leise, ganz leise, ein zutiefst melancholisches Seufzen zu vernehmen. Dieses Gestöhne aber, es dringt schließlich dermaßen herzzerreißend zu mir vor, dass ich mir stets und insgeheim denken muss: In einem solchen besonders tiefschöpfenden Ausdruck der Hoffnungslosigkeit, in diesen, wohl tief auf der Seele brennenden Qualen, ja ja, in diesen müssen jenem armen Tropf all die Schmerzen d…