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Lyrik

Gedanken nach einem Sonntagsspaziergang durch Frankfurt am Main

Wer einmal nur mit offenen Augen
Durch eine der Deutschen der Großstädte ging,
Der ahnt noch, welch Glanz einst über den neuen,
Den heutigen Großstadtbaracken hing:

(…)

Wer einmal nur mit offenen Augen
Durch eine der Deutschen der Großstädte ging,
Der ahnt noch, welch Glanz einst über den neuen,
Den heutigen Großstadtbaracken hing:

Der sieht noch die Feinen der Stuckfassaden,
Die Giebel und Gauben, mit Schiefer gedeckt,
Die Statuen, die Fresken, die Ornamente,
Den klein- und den großbürgerlichen Dreck;

Der sieht noch den Kleingeist der einfachen Leute
Die krankhafte Sucht etwas Bessres zu sein
Als alle die andern, der blickt in die Augen,
Die Seele des deutschen Narzismus hinein.

Der deutsche Narzimus, in seinen Facetten:
Vom Übermensch bis zum Nachbarschaftsstreit,
Und seine Erzählung, fast tausend der Jahre,
An Selbssucht, an Stolz und an Eitelkeit.

Doch dieser, der starb, ein einsames Schicksal,
Mit Hundertentausend den Bombentod,
Und aus den Ruinen, kam freisam geschienen
Die Hoffnung auf Gleichheit im Morgenrot.

Tja. Und nun?

Wer nun tatsächlich mit offenen Augen
Durch eine der …