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Aphorismen

Wissenschaft und Forschung

Aphorismen aus dem Umfeld von Wissenschaft und Forschung.

Hinsichtlich der alten Menschheitsfragen hat die Physik nichts weiter zustande gebracht als die Schöpfung auf den Kosmos, und den Glauben an Gott auf die Universalität der Naturgesetze zu projizieren.

Die fast schon fanatische Fixierung der Grundlagenforschung auf die Methodik der künstlichen Intelligenz muss irgendwann auch den letzten erkenntnishungrigen Wissenschaftler in den Hungertod treiben.

Der grundlegende Unterschied zwischen dem Kosmos und den Elementarteilchen ist der, dass es keinen gibt. Ersterer spiegelt sich in den Eigenschaften letzterer bloß wider.

Wenn erst einmal die physikalische Theorie eines Urzusammenhangs entdeckt worden ist, so mag es gut möglich sein, dass die Welt als ein wie auch immer geartetes holistisches Ganzes aufgefasst werden wird, und nicht mehr bloß als eine Zersplitterung in lokale Elementare mannigfacher Couleur. Gemeint sind mit ersterem weder die aberwitzigen Theorien zur Vereinheitlichung der Kräfte, noch jene zahllosen Absurditäten zur Erklärung und Erweiterung der Quanten- und der Relativitätstheorie, sondern vielmehr ein neuartiges Naturganzes, in das sich die fragmentarischen Einzelbilder der historischen Theoriebildung endlich und nahtlos an- und ineinanderreihen werden. Jener Urzusammenhang darf dann, und das völlig zu recht, als der göttliche Funke unserer Welt begriffen werden. Das auch dann noch, wenn die Grenze zur naturwissenschaftlichen Ontologie tatsächlich erreicht worden ist; unberührt davon bleiben natürlich die Fragen nach dem Wesen, dem Sein und dem tieferen Grund dieser Welt.

Heutzutage rühmen sich Universitäten und Forschungsinstitute nur allzu gerne damit Spitzenforschung zu betreiben. Die meisten davon merken allerdings schon gar nicht mehr, wie weit sich die Spitze vom eigentlichen Fundament der Wissenschaft tatsächlich entfernt hat. Aber es ist ein recht langer Weg und Arroganz bekanntlich schlecht zu Fuß.

In der fundamentalen Grundlagenwissenschaft, in der es mit unkonventionellen Ideen und Methoden tatsächlich noch etwas zu wagen gilt, sind es nach wie vor die Erfolge der Männer, die aus der breiten Masse herausragen. Trotz aller politischer Bemühungen wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern; denn wahrer wissenschaftlicher Genius liegt einzig und allein im unerschütterlichen Glauben an eine fixe Idee, totaler Selbstaufgabe, sowie dem blanken Wahnsinn begründet. Keine kluge Frau wäre jemals so dumm, dem nachzueifern.

Für die Geisteswissenschaften haben Naturwissenschaftler oft nicht mehr als hämischen Spott übrig, was wohl in einer tiefschürfenden Geistlosigkeit jener Gestalten begründet liegen dürfte.

Die Zahl an sich ist nichts und Willkür. Nur die denkbaren Relationen zwischen einer Zahl und deren einer anderen sind von Bedeutung. Die Gesamtheit jener Relationen ergibt dann die Relativitätstheorie der Zahlen, besser bekannt unter dem Begriff der Mathematik.

Auf dem Weg zur technischen Singularität dürfte die einfallslose Gedankenwelt eines Naturwissenschaftlers alsbald mit der einer künstlichen Intelligenz reproduzierbar werden.

Was die Quantenmechanik eigentlich lehrt, ist, dass die Zukunft der Welt zwar bestimmt, aber nicht vorherbestimmt ist; dabei ist es die alte Magie des Schicksals, die nun unter dem Terminus des Zufalls wieder zurück ins Spiel gerät.

Manch wohl einer mag ein unbelehrlicher Sturrkopf sein und in der Vergangenheit leben, aber real, das ist bloß die Gegenwart. Ihre Veränderung wiederum ist das, was wir die Zukunft nennen und das Maß dieser Veränderung, der Lauf der Zeit. Wer nun von einer unbestimmten, besseren Zukunft träumt, der muss also erstens, seine gegenwärtigen Dinge in die Hand nehmen, und sollte, zweitens, das ganze möglichst schnell tun.

Vergangenheit ist die jüngst abgeschlossene Verformung der materiellen Gegenwart. Zukunft wiederum deren unmittelbar bevorstehende.

Bei aller Liebe zur Kosmologie; aber der Kosmos, der ist weit weg?

In einer Welt, die nicht-wissenschaftliche Weltzugänge gestattet, müssen all jene nicht-wissenschaftlichen Zugänge als ein Teil der Realität selbst begriffen werden.

Die physikalische Welt der Materie stellt den Rohbau für die informationelle Welt des menschlichen Geistes.

Als Gedanke ist der Glaube an Gott eine elektromagnetische Erscheinung im Gehirn und damit genauso real, wie der Text, den dieser Bildschirm ausgibt.

Wenn ich über die moderne Kosmologie oder Quantentheorie urteilen sollte, so schätze ich, glaube ich lieber noch an den lieben Gott im Himmel, als an all den Unsinn, den diese Physiker tagtäglich vor den Computern in ihren Büros verzapfen.

Die Physik als Erkenntniswissenschaft ist an genau an dem Tage verstorben, an dem sie damit begann, die neuen Phänomene mit englischen statt deren griechischen Lehnwörtern zu versehen.

Wenn man entschließt Physiker zu werden, dann wahrlich nur, um sich an den banalen und im pedantischen des Klein-Kleinen verlierenden, ja fast schon scholastischen Diskursen auf den einschlägigen Fachkonferenzen zu ergötzen.

Verfolgt man das Prinzip der kleinsten Wirkung von den Elementarteilchen herauf ins Große, so wird man schließlich – insofern man nur genügend Energie mal Zeit aufzubringen vermag – bei der menschlichen Faulheit landen.

Um die Natur zu verstehen braucht man eigentlich nicht mehr zu wissen, als dass einerseits das Verhältnis einer Energie zu der ihren trägen Masse durch die Theorie der Gravitation, und andererseits die elektromagnetische Leitfähigkeit des Vakuums durch jene der Quantenelektrodynamik bestimmt sind. Beide Größen entsprechen dann der Quadratur einer speziellen Konstanten, die ihre ihr ganz eigene Entsprechung wiederum in der lokalen Signalgeschwindigkeit einer Lichtwelle findet.

Einen wissenschaftlichen Aufsatz in einer eigentlich fremden Sprache abhandeln zu sollen, ist in etwa so sinnvoll, wie ein ebensolches Gedicht zu verfassen; denn es sind die Feinheiten des sprachlichen Ausdrucks, die den Unterschied machen zwischen unleserlichem Schund und einem tiefsinnigen Meisterwerk. Für mich persönlich reklamiere ich insofern den Schund.

Im Funk der Sonne horcht das Auge als Antenne hinein in die Nacht; und macht diese schließlich zum Tag.

Wahrlich, diese modernen Smartphones sind nicht zu beneiden: Ein Dasein in ewiger Nacht, mit Ausnahme einiger weniger Laternen auf den Hügeln und Häusern ringsherum des dunklen Horizonts.

Ein wirklich guter Wissenschaftler hält sich seinesgleichen besser auf raumartiger Distanz.

Die Welt funktioniert auf Basis einiger weniger fundamentaler Naturgesetze, die wiederum auf einigen, ihnen höhergestellten, und weitaus fundamentaleren Naturprinzipien beruhen, welche letzteren wiederum dem noch völlig Unbekannten entspringen.

Das in der Menschheitsgeschichte beste Beispiel dafür, wie eng verzahnt jedweder wissenschaftliche Fortschritt erstens, mit den materiell-technischen Möglichkeiten seiner Zeit, und zweitens, mit der sprachlich-weltanschaulichen Einbettung des menschlichen Geistes in dessen Umgebung ist, zeigt die Entwicklung der Differentialrechnung respektive Newton und Leibniz im Zuge der Erfindung der Taschenuhr sowie einer von der Astronomie sodann abstrahierten Vorstellung vom allgmeinen und absoluten Gang der Zeit an sich.

Auf dem Gipfel der Geistlosigkeit erblickt man Regale in den Stein gehauen, und einen jeden Meter von ihnen aufgefüllt mit den großen Lehrbüchern dieser Welt: Mathematik neben Physik neben Chemie neben Biologie, und ein jedes von ihnen inspirationsloser als das andere.

Der einzige Unterschied zwischen dem Studium der Physik an einer öffentlichen Hochschule und dem der Theologie an irgendeinem abgeschiedenen Klosterorden ist der, das im Kloster das weitaus bessere Bier gebraut wird.

Wenn die Faulheit aus dem Prinzip der kleinsten Wirkung im mechanischen Sinne hervorgeht, so wohl die Dummheit aus dem der Elektrodynamik materiegebundener Felder.

Wenn der Laie behauptet, dass von nichts nichts kommt, dann spricht er damit unbewusst vom fundamentalsten Naturprinzip überhaupt, und das, ohne auch nur eine seiner vielen und süßen Stunden in irgendeinem betongegossenen Hörsaal voll glattverputzter Betonköpfe vergeudet haben zu müssen.

Niemand, der den Glauben an das Übernatürliche, das Außerweltliche, und das Magische verloren hat, kann ein guter Wissenschaftler sein, denn nur derjenige, der an etwas glaubt, was außer ihm noch niemand sieht, kann dieses etwas schließlich auch zum Vorschein bringen.